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Landjugend fordert mehr Einbindung von Alltagswissen in Schulen und Familien

Bei Workshops und Aktionen der Landjugend Württemberg-Baden e.V. stellen wir immer wieder fest, dass Jugendliche und junge Erwachsene während ihrer Schulzeit nicht  optimal auf die unterschiedlichsten Alltagsherausforderungen vorbereitet werden. Sei es zu wissen welche Versicherungen notwendig sind oder wie man näht. Daher haben es sich Landjugendliche der Landjugend Württemberg-Baden zur Aufgabe gemacht, festzustellen, ob es nicht nur ihnen so geht, sondern auch anderen Jugendlichen. Dies wurde im Rahmen einer Umfrage erhoben, an der sich im Frühjahr und Sommer 2018 rund 800 Schülerinnen und Schüler (Klasse 9) aus dem Landesverbandsgebiet beteiligt haben (Details hierzu finden Sie in der angehängten Broschüre). Dabei kam heraus, dass die Schülerinnen und Schüler der heutigen Generation ähnlich unvorbereitet in den Alltag entlassen werden. Besonders im persönlich-administrativen Bereich sind große Lücken zu verzeichnen, zum Beispiel wussten nur rund ein Viertel der Befragten für was die Abkürzung AGB steht. Daher sind wir zu dem Schluss gekommen, dass Jugendliche nach wie vor nicht umfassend auf das Leben nach der Schule vorbereitet sind.

Für uns ist das jedoch kein Zustand, den wir hinnehmen möchten und fordern daher, dass Schülerinnen und Schüler besser auf das Alltagsleben nach der Schule vorbereitet werden müssen. Es ist essentiell, dass junge Erwachsene im Alltag ohne große Stolpersteine zurechtkommen, damit sie sich ungehindert auf ihre Ausbildung oder ihren Beruf konzentrieren können. Hier sehen wir verschiedenste Anlaufstellen in der Pflicht:
Politik, Schulen, Eltern, aber auch die Kommunen.

Uns ist bewusst, dass es aufgrund der Fülle der Bildungspläne und deren gerade erst erfolgten Neuerungen schwer möglich ist, hier Drehschrauben anzusetzen. Für zukünftige Bildungspläne wäre es jedoch äußerst wünschenswert, mehr Bereiche einzugliedern, die für alle Schülerinnen und Schüler im späteren Leben relevant sind und nicht nur rein fachspezifisches Wissen. Aber auch Eltern habe dafür Sorge zu tragen, dass ihre Kinder zum Beispiel wissen wie man Wäsche wäscht, wenn sie ihre eigenen Wege gehen. Doch auch die Kommunen können ihren Beitrag leisten, in dem sie die Schulen dabei unterstützen dementsprechende Kurse oder AGs im Nachmittagsprogramm anzubieten.

Vorstellbar wäre auch ein Gespräch aller betroffenen Parteien, das von gemeinsamen, konstruktiven Gesprächen geprägt ist. Hier könnte ein gemeinsamer Lösungsansatz geschaffen werden, denn es ist klar, dass weder die Schulen, noch die Familien alleine dafür Sorge tragen können, dass Jugendliche auf den Alltag vorbereitet  werden. Gerne bringen wir hierbei unsere Sicht der Dinge als Jugendliche und junge Erwachsene ein.

Da es  offensichtlich eine Lücke im Alltagswissen von jungen Erwachsenen gibt, sehen wir uns als Verein in der Pflicht für die Eigenständigkeit unserer Mitglieder in deren Alltag zu sorgen. Dies tun wir, indem wir zum Beispiel Nähkurse, aber auch Veranstaltungen zu Versicherungen und Steuern anbieten.

Doch dies ist kein idealer Zustand, reicht bei weitem nicht aus und erreicht vor allen Dingen nicht alle Jugendliche. Daher muss etwas an der Basis, also der Schule und in der Familie geändert werden, damit dem Alltag mündige Bürger gegenüberstehen.

Landjugend positioniert sich „gegen Rechts“

Der Landjugendverband Württemberg-Baden e.V. lehnt jede Form des Extremismus, speziell Rechtsextremismus deutlich ab. In unserem Leitbild definieren wir uns als eine politisch und konfessionell unabhängige Jugendorganisation, in der Demokratie vorgelebt und gelebt wird. Weiterhin setzen wir uns für ein tolerantes, soziales Miteinander in den ländlichen Räumen ein.

Unter dem Begriff „Rechtsextremismus“ verstehen wir eine Geisteshaltung, die neben ihren eigenen keine anderen Meinungen bzw. Wahrheiten dulden. Rechtsextrem gesinnte Personen lehnen die bestehende freiheitlich-demokratische Grundordnung ab. Sie wollen ein autoritär staatliches System errichten in dem nationalistisches und rassistisches Gedankengut die Grundlage der Gesellschaftsordnung bilden. Um diese Gesinnung umzusetzen schrecken rechts gesinnte manchmal auch nicht vor Gewalt zurück.

Wir sehen es als äußerst wichtig an, junge Menschen in den ländlichen Räumen dahingehend zu fordern, fördern und begleiten ein demokratisches Grundverständnis und Menschenbild zu entwickeln und die demokratische Kultur zu stärken. Nur so ist es möglich die volksverhetzenden Ideologien und Propagandaaktionen der Rechtsextremen zu unterbinden. Denn Demokratie beinhaltet für uns nicht nur Mitbestimmung, sondern auch Menschenwürde, Meinungsfreiheit, Solidarität und Gleichwertigkeit aller Menschen.

Die Landjugend Württemberg-Baden e.V. macht es sich zur Aufgabe durch Bildungs- und Aufklärungsveranstaltungen, sowie entschiedenes Handeln rechtsextremes Gedankengut in den ländlichen Räumen zu unterbinden, um so die ländlichen Räume als attraktiven Lebensraum für junge Leute zu erhalten.

Dabei liegt unser Schwerpunkt darauf der Jugend in den ländlichen Räumen Vielfalt und Toleranz zu vermitteln, aufzuklären und zu unterstützen um so rechtsextremen Gedankengut keinen Platz zu bieten.

Uns liegt es am Herzen die Demokratie bis in die kleinsten Strukturen unseres Vereins zu tragen und so das Leben in den ländlichen Räumen aktiv zu gestalten und ein friedvolles Miteinander in den ländlichen Räumen zu fördern.

Und dazu gehört für uns auch ein klares Bekenntnis  „gegen Rechtsextremismus“.

Weitere Standpunkte unter:

https://www.laju-wueba.de/presse/