Alltagshelden, Staatssekretärin und Vogelflüsterer

Alltagshelden, Staatssekretärin und Vogelflüsterer

Das Gipfeltreffen der Landjugend

Viel geplant und geschafft wurde auf dem Gipfeltreffen der Landjugend in Wüstenrot. Von Workshops, die von landjugendlichen Alltagshelden für Schüler*innen geplant wurden, über ein exklusives Gespräch mit Staatssekretärin Gurr-Hirsch bis hin zu einem Besuch bei den Vogelflüsterern aus Wüstenrot, war alles dabei.

Samstag: Alltagshelden im Planungsrausch

Die Landjugend Württemberg-Baden wird zusammen mit einer Gemeinschaftsschule in Fellbach-Schmiden zwei Projekttage zum Thema Alltagswissen starten. Dazu braucht es natürlich jede Menge anpackender Leute: die Alltagshelden der Landjugend, die Kindern/Jugendlichen Alltagsfähigkeiten vermitteln möchten. Damit das Projekt ein Erfolg wird, müssen jede Menge Vorbereitungen für das Projekt getroffen werden. Denn nachdem vorletztes Jahr eine Umfrage in neunten Klassen durchgeführt wurde und am LWH die Ergebnisse präsentiert worden sind, sind die Projekttage das Folgeprojekt. Ziel ist es den Schüler*innen Alltagsfähigkeiten zu vermitteln, die sie in der Schule nicht lernen.

In den zwei Tagen werden die 5.-9. Klässler*innen unterschiedliche Workshops machen, die Landjugendmitglieder und Lehrer*innen mit ihnen durchführen werden. Es wurden knapp 30 Workshops erarbeitet. Angefangen bei Tätigkeiten im Haushalt wie Kochen. Die Jugendlichen sollen hier lernen wie sie sich schnell und einfach etwas Gesundes zubereiten können. Für manche nicht alltäglich, aber durchaus wissenswert: Wie topfe ich eine Zimmerpflanze um oder ziehe mir meine eigenen Küchenkräuter? Hier werden die Kinder einpflanzen und Wichtiges  über Nutz- und Zierpflanzen lernen. Andere Workshops sind handwerklich orientiert. Es soll eine Sitzbank aus Holz und Beton für den Schulhof gebaut werden. Ebenfalls hilfreich zu wissen, was kann ich an meinem Auto später selbst prüfen und instand halten? Muss ich zum Wischwasser nachfüllen wirklich in eine Werkstatt?!

Sonntag Teil 1: Landjugend trifft Politik

Am Sonntagmorgen begrüßten 20 Landjugendliche aus dem gesamten Verbandsgebiet Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Zunächst berichtete die Staatssekretärin von aktuellen Themen, mit denen sich das Ministerium derzeit intensiv auseinandersetzt. Anschließend brachten die Landjugendlichen ihre Themen mit ein.

Das Volksbegehren Artenschutz „Rettet die Bienen“ ist nach wie vor allgegenwärtiges Thema im baden-württembergischen Agrarsektor. Die Staatssekretärin wies darauf hin, dass nach dem 22. März 2020 (Stichtag für die Unterschriftensammlung) konkrete Gesetzesänderungsvorschläge durch die Landesregierung eingebracht werden. Das Eckpunktepapier, bei dem neben anderen Organisationen und Verbänden auch die Landjugendverbände Baden-Württembergs mitgearbeitet haben, soll dabei als Orientierung dienen.Weiterhin wurde über die Aufklärung von jungen Verbraucher*innen und damit der Umgang mit Lebensmitteln gesprochen. So ist Baden-Württemberg das einzige Bundesland, das für 3. Klässler*innen einen Ernährungsführerschein anbietet.

Ein zeitloses Thema stellt der Stadt-/Landvergleich dar. Grundsätzlich dürfen Personen, die urban oder ländlich leben nicht in irgendeiner Form begünstigt sein. Dass dies in der Realität oft nicht umgesetzt ist, ist leider gegeben. Hier motivierte die Staatssekretärin die Landjugendlichen aufzupassen und die Politik auf Auffälligkeiten hinzuweisen. Hierbei spielt z.B. die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel genauso wie die ärztliche Versorgung eine Rolle.Weiterhin wurde der Beruf Landwirt im Zusammenhang mit der derzeitigen Ausbildungssituation beleuchtet. Die Landjugend bekennt sich klar für die Stärkung der Grünen Berufe. Sei es in Form von Steigerung der Qualität in der Ausbildung oder eine wirksame Öffentlichkeitsarbeit. Nach einer intensiven Diskussion wurde zwischen den Landjugendlichen und Frau Staatssekretärin Gurr-Hirsch vereinbart, das Gespräch zeitnah fortzusetzen.

Sonntag Teil 2: Zwischen Adlern, Eulen und Bussarden

Im Anschluss an das Gespräch mit Friedlinde Gurr-Hirsch ging es nach Wüstenrot in die Greifvogelanlage, die extra für uns ihre Türen öffnete, obwohl sie eigentlich noch mitten in den Vorbereitungen für die kommende Saison steckt.Gezeigt wurden uns mit viel Begeisterung die Gehege der Vögel und es wurde einiges über die Arten der Vögel und die Tätigkeiten eines Falkners erzählt.Die Flugshow war der krönende Abschluss. Mit Emma, ein sibirischer Uhu, durften wir auf Tuchfühlung gehen. Sie war sehr gelassen und wir konnten sogar über die Federn streichen die man vor Weichheit kaum fühlen konnte. Auch Weißgesichtseule Mimi war kaum spürbar, dafür hat sie umso mehr versucht mit uns zu kommunizieren.Es war ein sehr interessanter und beeindruckender Besuch mit dem ein tolles, erfolgreiches Wochenende zu Ende ging.

Jana Möginger, Sandra Stephan

0

Kommentare/Meinungen

Für diesen Beitrag gibt es noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Schreib uns deine Meinung ...